Voraussetzungen für
die Besamung
Für den Erfolg einer Instrumentellen Samenübertragung sind ebenfalls
einige Voraussetzungen zu schaffen.
Hündin
Der Ovulations- und damit der günstigste Deckzeitpunkt muß bei der
Hündin ziemlich genau vorausbestimmt werden (Kapitel 2.1).
Rüde
Eine weitere Voraussetzung ist, daß ein Samenspender zur Verfügung
steht. Beim Rüden selbst wird eine Untersuchung auf Geschlechtsgesundheit
(andrologische Untersuchung) vorgenommen. Je nach Vorbericht kann auch eine
Voruntersuchung auf Bakterien bei Rüde und/oder Hündin erforderlich
sein. Sie sollte bei häufig zur Besamung genutzten Rüden in regelmäßigen
Abständen durchgeführt werden. Alles in allem bleibt als Fazit: Beide
Deckpartner müssen geschlechtsgesund sein, und ein erblich bedingtes oder
infektiöses Leiden muß ausgeschlossen werden.
Technische Ausrüstung
Der Fachmann muß ein Mindestmaß an Hilfsmitteln besitzen, um erfolgreich
arbeiten zu können. So sind eine mikroskopische Ausrüstung, Zählkammern,
einige Färbetechniken, Auffanggläser und Besamungsinstrumente erforderlich.
Je nach Konservierungsart benötigt man speziell zusammengesetzte Verdünner
und bei Bedarf flüssigen Stickstoff mit den entsprechenden Aufbewahrungsmöglichkeiten
unter Beachtung der Lagerungsvorschriften (Gefahrstoff).
Spermagewinnung
Bei der Spermagewinnung muß der Tierarzt die natürlichen Gegebenheiten
der Paarung weitgehend berücksichtigen, damit eine Ejakulation zustande
kommt. Nicht bei allen ansonsten guten Deckrüden läßt sich Sperma
gewinnen. Die Anwesenheit einer läufigen Hündin erleichtert den Absamvorgang
oder macht ihn überhaupt erst möglich. Vertraute Personen wirken für
den einen Rüden stimulierend, für den anderen eher hemmend. Die Samengewinnung
kann mit einer künstlichen Scheide oder besser durch Penismassage erfolgen
(Farbtafel 6). Auch müssen die unterschiedlichen Abschnitte der Paarung
berücksichtigt werden - wie Umsteigen und Knoten. Das Ejakulat wird in
verschiedenen Phasen abgegeben, von denen nur die spermienreiche von Bedeutung
ist. Zur spermatologischen Untersuchung (Spermiendichte, Beweglichkeit, Anteil
toter und mißgebildeter Spermien...) gelangt jedoch das gesamte Ejakulat.
Zum Auffangen des Spermas werden am besten vorgewärmte, skalierte Wassermantelgefäße
verwendet.