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Aborte/Frühgeburten
Es ist teilweise sehr schwierig, selbst für spezialisierte Institute, die eigentliche Ursache nachträglich noch zu ergründen. Die Abortprodukte müssen parallel zu Blutanalysen (ausgewählte Hormone, Antikörper gegen Herpes- und Brucella canis) bei der Hündin schnell in eine geeignete Untersuchungseinrichtung eingeschickt werden, um eine aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Auch der Nachweis bestimmter Bakterien ist nicht immer beweisend, da bei abgestorbenen Welpen häufig sekundäre Infektionen nachweisbar sind. So empfiehlt sich stets auch eine bakteriologische Untersuchung von Gebärmuttersekret (Farbtafel 26). Hundebrucellose und Herpesinfektionen können zusätzlich anhand mütterlicher Blutproben (Antikörpertiter) nachgewiesen werden. Bei Mangel an Progesteron nach dem 28. Tag zeigen die Hündinnen nach dem 30. Tag bräunlichen Ausfluß bei ungestörtem Allgemeinbefinden. Ergibt der Progesterontest einen abnorm niedrigen Wert für dieses Trächtigkeitsstadium, und in der Ultraschalluntersuchung sind Welpenbewegungen bzw. Herzaktionen nachweisbar, so kann der Tierarzt dieses Hormon bis zum 55. Trächtigkeitstag unter antibiotischer Abschirmung (wegen Muttermundöffnung) substituieren. Bei den meisten anderen Abortursachen ist der Fruchtverlust nicht mehr aufzuhalten. Es gibt allerdings Ausnahmen: in Einzelfällen tritt Ausfluß auf, ist aber nach ca. einer Woche wieder verschwunden.
Die Werte des Progesterons liegen im Normbereich. Bei der Geburt zum normalen Zeitpunkt wird neben lebenden, gut entwickelten Welpen unter Umständen ein toter mumifizierter Welpe geboren. Dieser isolierte Fruchttod, der zu Abortzeichen führt und meist durch Plazenta- bzw. Versorgungsmängel in der Nähe der Gebärmutterhornteilung, selten durch isolierte Infektion eines Welpen, entsteht, kann auch unbehandelt zu normaler Geburt mit lebenden Welpen führen. Auch der vorzeitige Abgang von Fruchtwasser (Blasensprung ein bis zwei Wochen vor dem Geburtstermin) ohne Wehentätigkeit kann das Ergebnis eines abgestorbenen Welpen sein, wenn er sich in der Nähe des Muttermundes befindet. Im Zweifelsfall sollte der Tierarzt die Lebensfähigkeit der anderen Welpen und den Öffnungsgrad des Muttermundes kontrollieren.
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